Ausstehende Aktien

Die ausstehenden Aktien sind alle von einem Unternehmen ausgegebenen und im Umlauf befindlichen Anteile. Ihre Zahl ist der Nenner fast aller Je-Aktie-Kennzahlen.

Formel

Ausgegebene Aktien - eigene Aktien im Bestand

Eigene Aktien, die ein Unternehmen zurückgekauft aber noch nicht eingezogen hat, zählen nicht mit: Sie haben kein Stimmrecht und keinen Dividendenanspruch. Aus der Zahl der ausstehenden Aktien und dem Kurs ergibt sich die Marktkapitalisierung, aus ihr und dem Gewinn der Gewinn je Aktie.

Warum die Entwicklung wichtiger ist als der Stand

Die absolute Zahl ausstehender Aktien sagt nichts - sie ist eine Frage der Stückelung. Ein Unternehmen mit einer Milliarde Aktien zu 5 Euro ist genauso viel wert wie eines mit 50 Millionen Aktien zu 100 Euro. Interessant ist ausschließlich die Veränderung über die Zeit, denn sie beschreibt, ob der Anteil eines Aktionärs am Unternehmen wächst oder schrumpft.

Eine über zehn Jahre sinkende Aktienzahl heißt: Jeder verbleibende Aktionär besitzt einen größeren Teil desselben Unternehmens, ohne etwas dazugekauft zu haben. Eine steigende Aktienzahl heißt das Gegenteil - das Unternehmen wächst möglicherweise, aber der einzelne Anteil daran wird kleiner. Deshalb ist diese Reihe eine der ehrlichsten Kennzahlen überhaupt: Sie lässt sich nicht durch Bewertungsspielräume beeinflussen.

Was die Zahl verändert

Nach oben treiben sie vier Vorgänge: Kapitalerhöhungen zur Finanzierung, die Ausgabe von Aktien als Kaufpreis bei Übernahmen, die Bedienung von Mitarbeiterprogrammen und die Wandlung von Anleihen in Aktien. Nach unten wirkt allein der Rückkauf eigener Aktien mit anschließendem Einzug.

Ein Aktiensplit verändert die Zahl ebenfalls, aber ohne wirtschaftliche Bedeutung: Bei einem Split im Verhältnis eins zu vier vervierfacht sich die Aktienzahl, während der Kurs auf ein Viertel fällt. Wer historische Reihen betrachtet, muss um Splits bereinigte Zahlen verwenden, sonst sieht jeder Split wie eine massive Verwässerung aus.

Rückkäufe richtig lesen

Aktienrückkäufe gelten als aktionärsfreundlich, sind es aber nur unter zwei Bedingungen. Erstens muss der Rückkauf unterhalb des inneren Werts erfolgen - wer eigene Aktien teuer kauft, vernichtet Wert für die Bleibenden, so wie jeder andere überteuerte Zukauf. Rückkäufe erreichen ihren Höhepunkt regelmäßig in Boomphasen mit hohen Kursen, also zum schlechtesten Zeitpunkt.

Zweitens müssen die zurückgekauften Aktien tatsächlich die Aktienzahl senken. Bei vielen Unternehmen mit großen Mitarbeiterprogrammen fließt der gesamte Rückkauf in den Ausgleich der laufenden Verwässerung - die Aktienzahl bleibt dann konstant, und der Rückkauf ist faktisch ein Teil des Personalaufwands. Wer nur die Rückkaufsumme sieht und nicht die Aktienzahl, zieht daraus den falschen Schluss.

Häufige Fragen

Heißt Shares Outstanding dasselbe?

Ja, Shares Outstanding ist der englische Begriff für ausstehende Aktien.

Was ist der Unterschied zu den ausgegebenen Aktien?

Die ausgegebenen Aktien umfassen alle jemals emittierten Anteile. Die ausstehenden Aktien ziehen davon die eigenen Aktien ab, die das Unternehmen selbst im Bestand hält - diese haben kein Stimm- und kein Dividendenrecht.

Was ist der Unterschied zum Free Float?

Der Free Float ist der Teil der ausstehenden Aktien, der tatsächlich frei handelbar ist. Feste Beteiligungen von Gründerfamilien, Staaten oder strategischen Investoren gehören zu den ausstehenden Aktien, aber nicht zum Free Float.

Ist eine sinkende Aktienzahl immer gut?

Nur wenn die Rückkäufe zu vernünftigen Kursen erfolgten und nicht auf Kredit finanziert wurden. Ein Unternehmen, das sich für Aktienrückkäufe verschuldet und dabei teuer kauft, verbessert den Gewinn je Aktie und verschlechtert gleichzeitig seine Bilanz.

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