Eigenkapital

Das Eigenkapital ist der Teil des Vermögens, der den Eigentümern gehört: Bilanzsumme abzüglich aller Verbindlichkeiten.

Formel

Bilanzsumme - Verbindlichkeiten

Das Eigenkapital ist eine Restgröße. Es entsteht aus dem, was nach Abzug aller Schulden vom Vermögen übrig bleibt, und wird deshalb auch Buchwert oder Reinvermögen genannt. Geteilt durch die Zahl der Aktien ergibt es den Buchwert je Aktie, den Nenner des Kurs-Buchwert-Verhältnisses.

Woraus es besteht

Vier Posten machen den Kern aus. Das gezeichnete Kapital ist der Nennbetrag der ausgegebenen Aktien. Die Kapitalrücklage erfasst, was Anleger bei Ausgaben über den Nennbetrag hinaus gezahlt haben. Die Gewinnrücklagen sind die Summe aller einbehaltenen Gewinne der Unternehmensgeschichte, abzüglich der ausgeschütteten Dividenden. Dazu kommen Ausgleichsposten, etwa für Währungsumrechnung.

Von diesen vier ist die Gewinnrücklage die aussagekräftigste. Sie zeigt, wie viel ein Unternehmen über die Jahre verdient und im Geschäft behalten hat. Ein Unternehmen mit hoher Kapitalrücklage und niedriger Gewinnrücklage hat sein Eigenkapital überwiegend von Anlegern erhalten statt selbst erwirtschaftet.

Warum es der Puffer ist

Eigenkapital fordert niemand zurück. Es hat keine Fälligkeit und keinen festen Zinsanspruch. Genau deshalb kann es Verluste auffangen: Ein Verlustjahr mindert die Gewinnrücklagen, ohne dass ein Gläubiger reagieren müsste. Fremdkapital kann das nicht, dort sind Zins und Tilgung fällig, ob das Geschäft läuft oder nicht.

Wie belastbar dieser Puffer ist, beantwortet die Eigenkapitalquote, also der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme. Der absolute Betrag allein sagt wenig: Zwei Milliarden Eigenkapital sind bei einer Bilanzsumme von vier Milliarden solide und bei vierzig Milliarden dünn.

Wenn das Eigenkapital negativ wird

Dafür gibt es zwei völlig verschiedene Gründe, und sie zu verwechseln ist ein häufiger Fehler. Der erste sind aufgelaufene Verluste, die die Rücklagen aufgezehrt haben. Das ist ein Alarmzeichen und führt in Deutschland zur Anzeigepflicht bei bilanzieller Überschuldung.

Der zweite Grund sind Aktienrückkäufe. Kauft ein sehr profitables Unternehmen über Jahre eigene Aktien deutlich über dem Buchwert zurück, sinkt das Eigenkapital planmäßig und kann negativ werden, während das Geschäft glänzend läuft. Unterscheiden lassen sich die beiden Fälle am Cashflow und an der Zinsdeckung: Wo Geld hereinkommt und die Zinsen bequem gedeckt sind, liegt Kapitalpolitik vor und keine Notlage.

Was im Eigenkapital fehlt

Selbst geschaffene Werte stehen nicht darin. Programmcode, Marken, Rezepturen, Kundenbeziehungen und das Können der Belegschaft dürfen nach den Bilanzregeln nicht aktiviert werden, solange sie nicht zugekauft wurden. Bei Unternehmen, deren Wert überwiegend daraus besteht, ist das Eigenkapital eine kleine Restgröße ohne Bezug zum tatsächlichen Wert.

Umgekehrt stehen zugekaufte Werte in voller Höhe darin, als Firmenwert. Dieser Posten hebt das Eigenkapital, ist aber kein verwertbares Vermögen und wird in Krisen zuerst abgeschrieben. Wer den Puffer streng bemessen will, zieht den Firmenwert ab und rechnet mit dem materiellen Eigenkapital.

Häufige Fragen

Heißt Buchwert dasselbe?

Ja, Buchwert und Reinvermögen bezeichnen dasselbe wie Eigenkapital. Auf Englisch heißt es Stockholders Equity oder Shareholders Equity.

Wie berechne ich den Buchwert je Aktie?

Eigenkapital geteilt durch die Zahl der ausstehenden Aktien. Dieser Wert ist der Nenner des Kurs-Buchwert-Verhältnisses.

Ist mehr Eigenkapital immer besser?

Für die Stabilität ja, für die Rendite nicht zwangsläufig. Fremdkapital ist in der Regel billiger und hebt bei rentablem Einsatz die Eigenkapitalrendite. Entscheidend ist, dass die Kapitalstruktur zum Schwankungsrisiko des Geschäfts passt.

Was sind Gewinnrücklagen?

Die Summe aller Gewinne, die ein Unternehmen über seine Geschichte einbehalten statt ausgeschüttet hat. Sie sind der Teil des Eigenkapitals, der aus eigener Kraft entstanden ist.

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