Gesamtumsatz
Der Gesamtumsatz ist die Summe aller Erlöse aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen in einem Zeitraum. Er steht als erste Zeile der Gewinn- und Verlustrechnung.
Formel
Der Umsatz ist die Ausgangsgröße der gesamten Gewinn- und Verlustrechnung. Von ihm gehen der Reihe nach Herstellungskosten, Betriebsaufwendungen, Zinsen und Steuern ab, bis der Nettogewinn übrig bleibt. Jede Marge setzt eine dieser Zwischenstufen zum Umsatz.
Wann ein Umsatz realisiert ist
Umsatz wird gebucht, wenn die Leistung erbracht ist, nicht wenn das Geld eingeht. Ein im Dezember gelieferter und im Februar bezahlter Auftrag zählt zum Dezember. Diese Trennung von Leistung und Zahlung ist der Grund, warum Umsatz und Cashflow auseinanderlaufen können und warum stark wachsende Unternehmen trotz guter Umsätze wenig Geld in der Kasse haben.
Bei mehrjährigen Verträgen wird der Umsatz über die Laufzeit verteilt. Ein Softwareabonnement über drei Jahre erscheint anteilig in jedem Jahr, nicht vollständig beim Abschluss. Der noch nicht realisierte Teil steht als Verbindlichkeit in der Bilanz. Dieser Posten ist bei Abonnementgeschäften ein nützlicher Frühindikator, weil er künftige Umsätze vorwegnimmt.
Organisch oder zugekauft
Die Wachstumsrate des Umsatzes ist eine der meistgenannten Zahlen und eine der leichtesten zu verwechseln. Ein Konzern, der ein Unternehmen mit einer Milliarde Umsatz erwirbt, weist im Folgejahr eine Milliarde mehr aus, ohne dass das bestehende Geschäft gewachsen wäre. Umgekehrt drückt der Verkauf eines Geschäftsbereichs den Umsatz, obwohl der Rest zulegt.
Aussagekräftig ist deshalb das organische Wachstum, also der Zuwachs aus eigener Kraft ohne Zu- und Verkäufe. Viele Unternehmen berichten es zusätzlich. Ein zweiter Störfaktor sind Währungen: Ein Konzern mit hohem Auslandsanteil kann bei unveränderter Menge und unveränderten Preisen zweistellig wachsen oder schrumpfen, nur weil sich Wechselkurse bewegt haben.
Was Umsatz allein nicht zeigt
Umsatzwachstum ist nur dann wertvoll, wenn es profitabel ist. Wachstum lässt sich einkaufen - über Rabatte, über teure Neukundengewinnung, über die Aufnahme margenschwacher Produkte. Sichtbar wird das an der Marge: Steigt der Umsatz, während die Bruttomarge fällt, wurde das Wachstum bezahlt.
Die Kennzahl, die beide Größen zusammenführt, ist die Rule of 40: Sie addiert Wachstumsrate und Marge und macht damit sichtbar, ob eine Balance besteht. Für die Bewertung setzt das Kurs-Umsatz-Verhältnis den Börsenwert zum Umsatz und ist bei Unternehmen ohne Gewinn oft die einzige verwendbare Bewertungskennzahl.
Häufige Fragen
Heißt Revenue dasselbe?
Ja, Revenue oder Total Revenue ist der englische Begriff. In deutschen Abschlüssen findet sich auch Umsatzerlöse.
Was ist der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn?
Der Umsatz ist alles, was hereinkommt, der Gewinn das, was nach allen Kosten übrig bleibt. Ein Unternehmen kann bei hohem Umsatz Verlust machen.
Warum weicht der Umsatz vom Cashflow ab?
Weil Umsatz bei Leistungserbringung gebucht wird und nicht bei Zahlung. Offene Kundenrechnungen erhöhen den Umsatz, ohne dass Geld eingegangen ist; sie stehen als Forderungen in der Bilanz.
Was ist organisches Wachstum?
Das Umsatzwachstum aus eigener Kraft, ohne Zukäufe, Verkäufe und Währungseffekte. Es zeigt, ob das bestehende Geschäft zulegt.
Ist ein hoher Umsatz ein Qualitätsmerkmal?
Er zeigt Größe, keine Ertragskraft. Zwei Unternehmen mit gleichem Umsatz können völlig verschiedene Gewinne erzielen. Erst die Margen machen daraus eine Aussage über die Qualität des Geschäfts.