Marktkapitalisierung

Die Marktkapitalisierung ist der Börsenwert eines Unternehmens: Aktienkurs mal Zahl der ausstehenden Aktien.

Formel

Aktienkurs × ausstehende Aktien

Bei 250 Millionen Aktien und einem Kurs von 40 Euro beträgt die Marktkapitalisierung 10 Milliarden Euro. Die Zahl beantwortet, was der Markt für das Eigenkapital des Unternehmens insgesamt zahlt, und dient als Nenner oder Zähler in fast allen Bewertungskennzahlen.

Die Größenklassen

Die Einteilung ist Konvention und keine Norm, die Grenzen verschieben sich mit den Märkten. Gängig ist: Mega Caps über 200 Milliarden, Large Caps über 10 Milliarden, Mid Caps zwischen 2 und 10 Milliarden, Small Caps zwischen 300 Millionen und 2 Milliarden, darunter Micro und Nano Caps. Die Angaben beziehen sich üblicherweise auf US-Dollar.

Praktische Bedeutung hat die Einteilung über die Handelbarkeit. Große Titel haben engere Spannen zwischen Kauf- und Verkaufskurs, tiefere Orderbücher und werden von mehr Analysten beobachtet. Kleine Titel schwanken stärker, sind schlechter erforscht und lassen sich in größeren Stückzahlen nur mit Kursbewegung handeln. Genau darin liegt für manche Anleger auch die Chance.

Was die Marktkapitalisierung nicht ist

Sie ist kein Kaufpreis. Wer ein Unternehmen erwerben will, übernimmt auch dessen Schulden und erhält dessen Barmittel. Der maßgebliche Betrag ist deshalb der Unternehmenswert: Marktkapitalisierung plus Nettoschulden. Bei hoch verschuldeten Unternehmen liegt er weit über dem Börsenwert, bei Unternehmen mit großem Barmittelbestand darunter.

Sie ist auch nicht der Wert des Vermögens. Die Marktkapitalisierung spiegelt Erwartungen an künftige Gewinne, die Bilanz erfasst Vergangenheit und Substanz. Beides auseinanderzuhalten ist der Sinn des Kurs-Buchwert-Verhältnisses, das genau diese beiden Größen ins Verhältnis setzt.

Warum Indizes anders rechnen

Die großen Indizes gewichten ihre Mitglieder nach der um den Free Float bereinigten Marktkapitalisierung. Fest gehaltene Beteiligungen von Familien, Staaten oder anderen Konzernen bleiben dabei außen vor, weil ein Indexfonds diese Aktien nicht kaufen kann. Ein Unternehmen mit hohem Familienbesitz hat deshalb ein kleineres Indexgewicht als sein Börsenwert nahelegt.

Eine zweite Besonderheit betrifft Unternehmen mit mehreren Aktiengattungen. Stimmrechtslose Vorzugsaktien und mehrfach stimmberechtigte Gründeraktien werden von Indexanbietern unterschiedlich behandelt, teils ganz ausgeschlossen. Angaben zur Marktkapitalisierung können dadurch je nach Quelle abweichen.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Marktkapitalisierung?

Aktueller Aktienkurs multipliziert mit der Zahl der ausstehenden Aktien. Eigene Aktien, die das Unternehmen selbst hält, zählen nicht mit.

Heißt Market Cap dasselbe?

Ja, Market Capitalization, kurz Market Cap, ist der englische Begriff für die Marktkapitalisierung.

Was ist der Unterschied zum Unternehmenswert?

Der Unternehmenswert addiert die Nettoschulden zur Marktkapitalisierung. Er beschreibt damit, was der Erwerb des gesamten Unternehmens kostet, während die Marktkapitalisierung nur den Wert des Eigenkapitals angibt.

Ist ein hoher Börsenwert ein Qualitätsmerkmal?

Er zeigt Größe und Erwartungen des Marktes, keine Bewertungsgunst. Ein hoch bewertetes Unternehmen kann teuer sein, ein kleines günstig. Für die Bewertungsfrage braucht es die Vielfachen wie KGV, KUV oder KCV.

Warum ändert sich die Marktkapitalisierung ohne Unternehmensmeldung?

Weil der Kurs im Zähler steht und sich fortlaufend im Handel bildet. Auch Kapitalerhöhungen und Aktienrückkäufe verändern sie, weil sie die Zahl der ausstehenden Aktien ändern.

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